Willkommen auf FRüHLINGSZWIEBEL.DE

frühlingszwiebel.de bietet Ihnen weiterführende Links auf Webseiten zum Thema Frühlingszwiebel

Startseite > Frühlingszwiebel

Weitergeleitet zu Winterzwiebel

{{Taxobox
| Taxon_Name = Winterzwiebel
| Taxon_WissName = Allium fistulosum
| Taxon_Rang = Art
| Taxon_Autor = L.
| Taxon2_Name = Lauch
| Taxon2_LinkName = Lauch (Gattung)
| Taxon2_WissName = Allium
| Taxon2_Rang = Gattung
| Taxon3_LinkName = nein
| Taxon3_WissName = Allieae
| Taxon3_Rang = Tribus
| Taxon4_Name = Lauchgewächse
| Taxon4_WissName = Allioideae
| Taxon4_Rang = Unterfamilie
| Taxon5_Name = Amaryllisgewächse
| Taxon5_WissName = Amaryllidaceae
| Taxon5_Rang = Familie
| Taxon6_Name = Spargelartige
| Taxon6_WissName = Asparagales
| Taxon6_Rang = Ordnung
| Bild = Negibozu 06x1963sv.jpg
| Bildbeschreibung = ''Allium fistulosum''
}}

Die '''Winterzwiebel''' (''Allium fistulosum'', (Allioideae). Sie wird auch '''Frühlings-''' oder '''Frühzwiebel''', '''Lauchzwiebel''', '''Jungzwiebel''', ''Frühlingslauch'', ''Zwiebelröhrl'', ''Zwiebelröhrchen'', ''Röhrenlauch'', ''Schluppenzwiebel'', ''Schlottenzwiebel'', ''Schnittzwiebel'', ''Ewige Zwiebel'', ''Winterheckenzwiebel'', ''Winterhecke'', ''Weiße Florentiner'', ''Grober Schnittlauch'', ''Jakobslauch'', ''Johannislauch'', ''Fleischlauch'', ''Hohllauch'' oder ''Schnattra'' genannt. Die grünen Blätter der Winterzwiebel werden '''Schlotten''' genannt, manchmal wird auch die ganze Winterzwiebel so bezeichnet.<ref name="Dobel1830">K.F. Dobel, ''Synonymisches Wörterbuch der in der Arzneikunde und im Handel vorkommenden Gewächse'', 1830, S. 11?12.</ref><ref name="Becker1956">J. Becker-Dillingen, ''Handbuch des gesamten Gemüsebaues, einschliesslich der Küchenkräuter.'', 6. Auflage, P. Parey, 1956, S. 686.</ref><ref name="Becker-Dillingen1950">J. Becker-Dillingen, ''Handbuch des gesamten Gemüsebaues'',5. Auflage, Verlag Paul Parey, 1950, S. 802?804.</ref>

Als Winterzwiebeln werden auch Herbstaussaaten der Speisezwiebel (''Allium cepa'') bezeichnet, die eine normale Zwiebel bilden, aber weder schalenfest noch gut lagerbar sind.

Beschreibung

Winterzwiebeln sind ausdauernde krautige Pflanzen und erreichen eine Wuchshöhe von 30 bis 100 Zentimeter.<ref name="Becker-Dillingen1950" /> Die Laubblätter sind rund und hohl, der Stängel aufgeblasen und im Querschnitt rund.<ref name="Combles1841" />

Die zwischen Juni und August gebildeten Blüten sind weiß, die Blütenhüllblätter kürzer als die Blütenstiele, die Staubblätter ragen weit über die Blütenhülle hinaus, die Staubfäden sind einfach und ungezähnt. Die Einzelblüte ist 1?cm groß.<ref name="Leroy1941" />

Die Winterzwiebel blüht im Sommer. Sie bildet leicht Samen.<ref name="Settegast1909" /> Reifezeit des Samens ist Juli bis August, teilweise September.<ref name="Stapperts1923" /> Die gebildeten Samen sind 1?mm dick, 1 bis 2?mm breit und 2 bis 3?mm lang. Das Tausendkorngewicht beträgt 2,1 bis 2,4?g.

Die Pflanze ist horstbildend und entwickelt lange zylindrische Zwiebeln.<ref name="Busch-Stockfisch2005" /> Die Zwiebel ist weiß.<ref name="Müller1937" /> Es sind auch rote und andere Färbungen bekannt.<ref name="Combles1841">Combles, ''Der wohlbestellte Küchengarten'', Ausgabe 2, Verlag B.F. Voigt, 1841, S. 298</ref> Sie bildet keine Zwiebel im Sinne der Speisezwiebel.<ref name="Vilmorin1904">H.L. Vilmorin: ''Ciboule'', In: ''Les Plantes Potagères; Descroption et culture des Proncipaux Légumes des climats tempéré.'', Troisième Édition, 1904, S. 177.</ref> Die Form ähnelt der von Porree.<ref name="Reichelt1931">K. Reichelt und N. Nicolaisen: ''Die Praxis des Gemüsebaues.'', Verlagsbuchhandlung Paul Parey, 1931, S. 235?236.</ref> Zum Herbst hin bilden sich fast gleichzeitig mit der Hauptzwiebel die Nebenzwiebeln aus, die zur vegetativen Vermehrung dienen.<ref name="Becker-Dillingen1950" /> Im Herbst zieht die Pflanze vollständig ein.<ref name="Miller1780">P. Miller, F. Hermann und H. Lueder: ''Vollständige Anleitung zur Wartung aller in Europa bekannten Küchengartengewächse.'', Verlag C.G. Donatius, 1780, S. 881?882.</ref> In Asien sind sehr viele Typen in Kultur, die mehr oder weniger horstbildend sind. Es existieren Typen mit weißer und purpurner Haut. Besonders im asiatischen und afrikanischen Raum sind viele Typen bekannt. So ist in Brazzaville und Kinshasa eine horstbildende Winterzwiebel mit sehr feinen Blättern gebräuchlich, die blüht und Samen bildet. Im Gegensatz dazu bildet die Japanische Winterzwiebel keine Samen aus, wenn sie in den Tropen kultiviert wird.<ref name="Messiaen1998">Charles-Marie Messian, ''Le Potager Tropical'', 3ème édition refondue, Édition CILF, Paris 1997, ISBN 2-85319-273-3, S. 390.</ref> Wild kommt die Winterzwiebel in Deutschland nicht vor.

Chromosomenzahl

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 16.<ref name="Tropicos" />

Herkunft und Geschichte

Ihr Ursprung ist der Orient.<ref name="Vilmorin1904" /> Offenbar existierte schon 2000 vor unserer Zeitrechnung ein Anbau in China, wo bis zur Entwicklung der modernen Sorten der letzten Jahrzehnte keine Speisezwiebel angebaut wurde.<ref name="Vogel1996" /> Wild wachsen Winterzwiebeln in Sibirien am Altai und am Baikalsee,<ref name="Becker-Dillingen1950" /><ref name="Leroy1941" /> von wo sie im 17.?Jahrhundert wohl via Russland nach Europa kam.<ref name="Vogel1996" /> 1629 wurde sie jedenfalls in England eingeführt.<ref name="Thompson1949">H.C. Thompsen: ''Jerusalem Artichoke'', In: ''Vegetable Crops.'', Fourth edition, McBraw-Hill Book Company Inc., London, 1949, S.?373?374.</ref> Ende des 18. Jahrhunderts wurden Winterzwiebeln im Raum München in großen Mengen angebaut.<ref name="Settegast1909" /> Direkt nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Anbau in der Fruchtfolge nach Kartoffeln bevorzugt.<ref name="Rhiner1945" />

Trivialnamen

Weitere zum Teil auch nur regional gebräuchliche Bezeichnungen für die Winterzwiebel sind oder waren: ''dume Porrum'', ''Fleisslauch'', ''Hackezwiebel'' (Magdeburg), ''Jakobszwiebel'' (Ostfriesland), ''Johannislauch'' (Ostfriesland), ''Narr'', ''Narren'' und ''Somzwiebel'' (Siebenbürgen).

Nutzung

Anbau und Ernte

Die Winterzwiebel ist eine verbreitete Kulturpflanze. Sie wird besonders in tropischen Klimagebieten angebaut, weil dort die werden 150?g Saatgut oder 0,25?g pro Laufmeter benötigt. Für die Setzlingsanzucht im Juli wird breitwürfig gesät, wobei für 1 m² 10?g nötig sind. Die Pflanzung der Setzlinge erfolgt dann Anfang September.<ref name="Rhiner1945" /> Gepflanzt werden 3 bis 4 Pflanzen zusammen. Dabei können die Wurzeln und die Blätter etwas eingekürzt werden. Winterzwiebeln sind nicht sehr nährstoffbedürftig.<ref name="Combles1841" /> Ist der Kulturbeginn im Herbst, sollte nur mit Phosphor und Kali gedüngt werden. Dann wird im Frühjahr mit Stickstoff gedüngt, auf mehrere Gaben aufgeteilt, um Auswaschung zu verhindern.<ref name="Vogel1996" /> Die Ernte kann etwa drei Monate nach der Saat beginnen.<ref name="Stapperts1923" /><ref name="Leroy1941" /> Im Hausgarten kann die Winterzwiebel auch als Dauerkultur angelegt werden. Sie sollte jedoch alle zwei bis drei Jahre umgepflanzt werden, weil sonst die Horste zu dicht werden und damit die Austriebskraft und Blattdicke verringert wird. Winterzwiebeln werden auch zur Produktion von Bundzwiebeln verwendet.<ref name="Busch-Stockfisch2005" /> Dann gilt sie als einjährige Kultur.<ref name="Vilmorin1904" /> Sie wird dann alle zwei Wochen gesät.<ref name="Vogel1996" /> Als Bundzwiebel, auch Silberzwiebel genannt, wird sie geerntet, wenn sie einen Durchmesser von 15 bis 35?mm hat. Im Hausgarten kann sie auch als Einfassung der Beete verwendet werden, weil sie nicht wuchert und wenig Pflege benötigt.<ref name="Settegast1909" /> Bei der Bundzwiebelproduktion sind Erträge von 200 bis 500?dt/ha möglich ? je nach Typ und Jahreszeit, in der angebaut wird.<ref name="Vogel1996" />

Mischkultur

Winterzwiebeln können im Hausgarten gut gemischt mit Radieschen ausgesät werden. Dabei sind die Radieschen etwa ein bis zwei Monate vorher erntereif, und man spart Platz. Es sollte aber ein bisschen mehr gedüngt werden.<ref name="Leroy1941" />

Vermehrung

Vermehrt wird die Winterzwiebel generativ über Samen. Dazu werden Pflanzen im Frühjahr ausgesät und angezogen wie zur Gemüseproduktion. Erst langsam wachsend, bilden sie dann im Herbst Horste und werden so überwintert.<ref name="Reichelt1931" /> Nach der Überwinterung kommt die Pflanze im Sommer zur Blüte.<ref name="Settegast1909" /> 40 Tage nach Vollblüte werden die reifen Samenstände mit etwas Stiel abgeschnitten und nachgetrocknet. Damit wird verhindert, dass die Samen schon bei der Ernte ausfallen. Das Nachtrocknen dauert weitere 20 Tage.<ref name="Rabinowitch1989">H.D. Rabinowitch und J.L. Brewster: ''Onions and Allied Crops - Biochemistry Food Science Minor Crops'', Volume 3, CRC Press, 1989, S. 159?176.</ref> Die Pflanzen können mehrere Jahre in Folge zur Saatgutvermehrung genutzt werden.<ref name="Miller1780" /><ref name="Becker-Dillingen1950" /> Im Hausgarten können Winterzwiebeln auch durch Teilung der Horste, wie bei Schnittlauch, vermehrt werden.<ref name="Vilmorin1904" /><ref name="Reichelt1931" /> Die zuletzt beschriebene, vegetative Vermehrung geschieht ab August.<ref name="Müller1937" /><ref name="Miller1780" /> Bei der Teilung der Horste werden 2 bis 3 Triebe als neuer Horst gepflanzt.<ref name="Truet1941">H. Truet, ''Traité pratique de Culture Potagère pour l'Afrique du Nord'', La Maison des Livres, Algier, 1941, S. 88?90.</ref> Aus diesen Pflanzen kann bereits im nächsten Jahr wieder voll geerntet werden. Es existieren auch Kreuzungen aus Zwiebel (Allium cepa) und Winterzwiebel (Allium fistulosum), die sehr wüchsig sind.<ref name="Messiaen1998" /> Die Vermehrung via Meristemkultur aus Kallusgewebe ist ebenfalls möglich.<ref name="Linz1982">Z.P. Linz und Q.L. Cui, ''Regeneration of plants from callus of Alliumfistulosum.'', Acta Botanica Sinica No. 24-6, 1982, S. 586?587.</ref>

Krankheiten und Schädlinge

An Winterhecke kommen die meisten Krankheiten vor, die auch an anderen Zwiebelgewächsen auftreten.<ref name="Stapperts1923" /> So sind dies: Falscher Mehltau (''Peronospora destructor''), Purpurflecken (''Alternaria porri''), Mehlkrankheit (''Sclerotium cepivorum''), Winterzwiebel-Gelbstreifen-Virus (Welsh Onion yellow Stripe Virus). Als Schädlinge treten vor allem Zwiebelthrips (''Thrips tabaci''), Lauchmotte und Zwiebelminierfliege auf.<ref name="Grubben2004">G. J. H. Grubben, O. A. Denton, ''Plant Resources of Tropical Africa (Program)'', PORTA Foundation, Wageningen; Backhuys, Leiden; CTA, Wageningen, 2004, ISBN 90-5782-147-8, S. 52?56.</ref> Besonders gegenüber Falschem Mehltau ist die Winterzwiebel empfindlicher als andere Zwiebelarten, wenn andauernd feuchte und warme Bedingungen herrschen.<ref name="Vogel1996" /> Auch die Eschalottenfliege (''Anthomya platura'') kommt vor. Bei sehr starken, lang andauernden Frösten können die Spitzen der Blätter gelb verfärben oder absterben<ref name="Vilmorin1904" />, besonders wenn im Winter trockener Wind herrscht.<ref name="Becker-Dillingen1950" /> Manchmal entwickelt sich auch Rost (''Puccinia porri'') auf den Blättern.

Die Winterzwiebel ist resistent gegen den Pilz ''''<ref name="Grubben2004" />
Auch wenn die Winterzwiebel weniger empfindlich gegenüber Krankheiten ist, sollte in der Fruchtfolge eine Anbaupause von 4 bis 5 Jahren eingehalten werden.<ref name="Vogel1996" />

Verwendung

Küche

Die Verwendung der Winterzwiebel ist der der Speisezwiebel ähnlich,<ref name="Vilmorin1904" />
jedoch ist der Geschmack (bis auf die Blätter) weniger stark.<ref name="Becker-Dillingen1950" /><ref name="Franke1997">W. Franke, Nutzpflanzenkunde, 1997, Thieme Verlag, ISBN 3-13-530406-X, S. 390</ref><ref name="Combles1841" />
Die Blätter hingegen schmecken deutlich stärker als Zwiebeln oder Schnittlauch.<ref name="Miller1780" />
Winterzwiebeln werden frisch geschnitten als Gewürz oder gekocht gegessen.<ref name="Rein1886">J.J. Rein, ''Japan: nach reisen und studien im auftrage der königlich preussischen regierung dargestellt.'', Ausgabe 2, Verlag W. Engelmann, 1886, S. 90.</ref>
Die Blätter können auch als Ersatz für Schnittlauch verwendet werden,<ref name="Settegast1909">H. Settegast et al.: ''Illustriertes Handbuch des Gartenbaues.'', Verlag J.J. Arnd, Leipzig, 1909, S. 386.</ref>
etwa in Salaten oder Suppen.<ref name="Truet1941" /><ref name="Leroy1941" />
Auch die Samen lassen sich in der Küche als Gewürz einsetzen. Sie werden ungefähr im Juli aus den Samenkapseln geerntet. Man sollte sie als ganze Samen kühl und dunkel zum Beispiel in einer Gewürzmühle lagern, da das Aroma sehr flüchtig ist.

Konserven

Silberzwiebeln werden gleichermaßen aus Winterzwiebeln und aus Speisezwiebeln hergestellt.<ref name="Nehring1958">P. Nehring, H. Krause und H. Serger, ''Konserventechnisches Taschenbuch der Obst- und Gemüseverwertungsindustrie.'', Ausgabe 13, Serger & Hempel, 1958, S. 363.</ref>

Inhaltsstoffe

Bei den Inhaltsstoffen und dem Wert für die Ernährung ist die Winterzwiebel der Speisezwiebel gleichzusetzen.<ref name="Vogel1996">G. Vogel et al.: Handbuch des speziellen Gemüsebaus - 94 Winterzwiebel, 1996, Ulmer Verlag, ISBN 3-8001-5285-1, S. 731?736.</ref>

Lagerung

Gekühlt sind Winterzwiebeln, geerntet als Bundzwiebeln, im Kühlfach und foliert 1 bis 2 Wochen haltbar.

Einzelnachweise

<references>
<ref name="Tropicos"> Tropicos. http://www.tropicos.org/Name/18400035?projectid=9</ref>
</references>

Weblinks